Bericht über unser Seminar im Geschnatter des Nationalparks

Heute erreichte uns die aktuelle Ausgabe der Zeitung Geschnatter des Nationalparks Neusiedler See Seewinkel. Darin ein Bericht über unseren Bildungsurlaub im August 2017. Lest selbst:

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Bericht über unser Seminar im Geschnatter des Nationalparks

Frühe Vögel, Lange Lacke, Vögel beringen und Weinbaubetrieb am Freitag

Schon ist die Woche wieder fast zu Ende und der letzte Tag stand an. Eine kleine Gruppe Teilnehmende ist heute schon früh aufgestanden, um mit Sonnenaufgang Vögel zu beobachten und sie haben auch einiges gesehen: Löffler, Silber-, Grau- und Seidenreiher, Stelzenläufer, Sichelschnäbler, Große Brachvögel…

Nach dem Frühstück ging es dann mit den Fahrrädern auf Exkusion zur Langen Lacke, der größten Salzlake der Region – heute in Begleitung von Daniel, einem weiteren freien Mitarbeiter des Nationalparks.

Bevor wir an die Lange Lacke kamen machten wir zunächst Station am Darschosee, einer ehemaligen Lacke, die aber inzwischen durch Grundwasseranbindung nicht mehr austrocknet und so den typischen Lackenlebensraum verloren hat. Allerdings ist damit auch immer Wasser im See und bei den zur Zeit so ausgetrockneten anderen Lacken konnten wir hier viele Wasservögel beobachten.

Auch auf verschieden Pflanzen am Wegesrand hat uns Daniel immer wieder aufmerksam gemacht. Neben Steppensalbei und pannonischem Thymian hat uns der dornige Hauhechel besonders gefallen.

An der Langen Lacke angekommen, hat uns Daniel dann erzählt, dass diese aufgrund der sehr heißen Perioden in diesem Jahr seit 2012 erstmals wieder komplett ausgetrocknet ist, was aber zum Erhalt der Lacke sehr wichtig ist, wie wir ja in den letzten Tagen schon gelernt haben 🙂

Von einem Aussichtsturm am Rand der Langen Lacke konnten wir auch auf die benachbarte Östliche Wörthenlacke schauen. Hier gab es noch einen kleinen Rest Wasser, der wieder ein Hotspot zur Vogelbeobachtung war – neben Kiebitzen und Kampfläufern gab es hier auch Bekassinen zu bestaunen.

Am Ende der Radexkursion stand dann die Mittagspause in der Nationalparkgaststätte Lange Lacke. Dort trafen wir dann nochmals mit Alois Lang zusammen, mit dem wir dann nach dem Essen in einer Abschlussrunde auch die Seminarkritik gemacht haben.

Aber damit war zwar der offizielle Teil des Seminars beendet – aber wir konnten mit Barbara, mit der wir am Mittwoch unterwegs waren, einen Besuch in der Biologischen Station am Neusiedler See organisieren. Barbara ist dort für die Zeit der Singvogelberingung angestellt und hat uns das Projekt vorgestellt und auch bei mehreren Vögeln gezeigt, was bei der Beringung zu beachten ist. Das war für alle sehr beeindruckend – vielen Dank liebe Barbara, dass du uns das ermöglicht hast 🙂

Am Abend stand dann noch der Besuch des Weinbaubetriebs Nekowitsch mit Weinprobe und Jause auf dem Programm. Ein sehr schöner Abschluss der Seminarwoche am Neusiedler See – im nächsten Jahr kommen wir mit einer anderen Teilnehmendengruppe wieder 🙂

 

Frühe Vögel, Lange Lacke, Vögel beringen und Weinbaubetrieb am Freitag

Am Donnerstag unterwegs im ungarischen Teil des Nationalparks

Heute ging es nach dem Frühstück in Begleitung von Alois Lang mit zwei Neunsitzer-Bussen und einem PKW nach Ungarn. Im dortigen Teil des Nationalparks besuchten wir zunächst die Schleuse des so genannten Einserkanals, die der Regulierung des Pegels des Neusiedler See bei Hochwasser dient.

Von hier kann man ein wiederbewässertes Gebiet in Seenähe einsehen, das zur Zeit aufgrund der ausgetrockneten Lacken ein echter Hotspot zur Beobachtung von Wasservögeln ist – was wir natürlich zur ausgiebigen Vogelbeobachtung genutzt ha

Von hier ging es ein kleines Stück weiter zum ökologischen Bildungszentrum des Nationalparks in Fertöújlak.

 

Dort haben wir uns die kleine Ausstellung und einen Kurzfilm über die Besonderheiten des Nationalparks angeschaut.

Dann ging es weiter nach Lazlomajor, einem großen ehemaligen Gutshof, der heute u.a. als Ausstellungshof für alte Einheimische Nutztierrassen dient.

Nächste Station war dann Schloß Esterhazy, dem ehemaligen Landsitz der Fürstenfamile in Fertöd. Hier machten wir in einem Restaurant in einer der ehemaligen Wachkasernen vor dem Schloß Mittagspause mit leckerem ungarischen Essen. Natürlich haben wir uns danach auch das Schloß und den Schlosspark angeschaut, bevor uns die Exkursion dann weiter in den Hánsag führte.

Dort war ein kleines Museum in … über dieses Gebiet unsere nächste Anlaufstation.

Nach dem Rundgang durch das Museum führte uns Alois weiter an den Rand der Kernzone im Hánsag. Alois erklärte uns die Besonderheiten dieses ehemaligen Niedermoorgebiets, das jetzt seit vielen Jahren renaturiert wird. Auch hier war wieder ein toller Platz zur Vogelbeobachtung. Leider hatten wir hier nur wenig Zeit, weil wir zurück nach Illmitz mussten.

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Dort erwartete uns schon Herr Münzenrieder von der Neusiedler See Tourismus GmbH, um uns über die aktuelle Situation des Tourismus vorzustellen und zu diskutieren. So geht ein langer voller Tag mit vielen neuen Eindrücken zu ende.

Am Donnerstag unterwegs im ungarischen Teil des Nationalparks

Vortrag zum Grünen Band Europa und Exkursion zu den seenahen Lacken am Mittwoch

Heute ging es nach dem Frühstück zunächst zum Informationszentrum des Nationalparks, wo wir wieder von Alois Lang erwartet wurden, der uns von seiner Arbeit am Europäischen Grünen Band und dessen Entstehung und Entwicklung bis heute berichtet hat und auch viele unserere Fragen beantworten konnte.

Anschließend ging es mit Barbara, einer freiberuflichen Exkursionsleiterin des Nationalparks, weiter zu einer Radexkursion zu den seenahen Salzlacken. Unterwegs erfuhren wir von ihr viel über Entstehung, Besonderheiten und Bedeutung der Salzlacken mit ihren Sodasalzen. Diese sind teilweise viel älter als der Neusiedler See. Sie müssen jedes Jahr austrocknen damit der Salzhaushalt in den Lacken gewährleistet bleibt. Wichtig ist auch, dass der Grundwasserspiegel am Salzhorizont ansteht. Durch die Absenkung des Grundwasserspiegels aufgrund von intensivver Bewässerung in der Landwirtschaft o.ä. gefährdet man somit den Bestand der Salzlacken. Man unterscheidet zwei Typen bzw. Stufen: Weißwasserlacken mit einem leicht trüben, weißlichen Wasser sind die gesunden und ursprüngliche Formen. Schwarzwasserlacken mit dunklerem Wasser sind Vorstufen zum Lackensterben, weil hier schon Nährstoffe enthalten sind, die den Salzhaushalt der Lacken beeinflussen. Auch Schilfgürtel am Ufer deuten darauf hin.

Neben den Salzlacken gibt es auch immer wieder sehr kleine Bereiche mit Salzbildung. Diese sogenannten Blindzickstellen sind ausgetrocknete kleine Wasserstellen. Sowohl in diesen Zickstellen als auch in den ausgetrockeneten Lacken bildet sich eine ganz eigene Pflanzenwelt mit salztoleranten Pflanzen wie Salzkresse und Salzmelde heraus.

Neben den vielen Vogelarten wie Kiebitz, Kampfläufer, Schnatterente, Pirol, Silber-, Seiden und Graureiher hat uns Barbara auch auf einige Pflanzen am Ufer der Lacken hingewiesen. Besonders das Feldmannstreu werden wir sicher nicht so schnell vergessen 😉

Wir möchten uns auch an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bei Barbara für diese spannende Tour bedanken 🙂

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Vortrag zum Grünen Band Europa und Exkursion zu den seenahen Lacken am Mittwoch

Dienstag am Westufer des Neusiedler Sees

Heute ging es nach dem Frühstück mit den Fahrrädern zum See, dann weiter mit der Fahrradfähre ans Westufer nach Mörbisch und von dort zum Gedenkplatz an das Paneuropäische Picknick direkt auf ungarischer Seite an der Grenze. Dieses fand hier am 19. August 1989 am Grenztor an der alten Pressburger Landstraße zwischen Sankt Margarethen im Burgenland und Fertörakos in Ungarn statt.
Mit Zustimmung ungarischer und österreichischer Behörden sollte bei der Veranstaltung ein Grenztor symbolisch für drei Stunden geöffnet werden. Zwischen 600 und 700 DDR-Bürger nutzten dann diese kurze Öffnung des Eisernen Vorhangs zur Flucht in den Westen. (weitere Informationen zum Paneuropäischen Picknick)

Von dort ging es dann in kleinen Gruppen weiter. Ein paar Teilnehmende sind mit dem Fahrrad auf ungarischer Seite weiter am See entlang gefahren, haben sich die ungarischen Orte angeschaut und den See dann an der Südseite umrundet. Andere Gruppen sind über St. Margarethen nach Rust weitergefahren und haben dort Informationen gesammelt. Von dort ging es dann zurück nach Mörbisch und mit der Radfähre nach Illmitz.

Am Abend haben wir uns dann noch einmal im Seminarraum getroffen und den Tag mit einer Dokumentation über die österreichischen Nationalparke ausklingen lassen.

Wieder ein sehr gelungenener Tag mit zufriedenen Teilnehmenden 🙂

Dienstag am Westufer des Neusiedler Sees

Montag – erster Seminartag mit Einführung und Exkursion zum Thema Schilf

Heute ging es dann richtig los. Nach dem Frühstück haben wir die Fahrräder in Empfang genommen, die wir jetzt die ganze Woche nutzen können. Dann ging es in zwei Gruppen durch den Ort, um den Teilnehmenden die wichtigsten Punkte zeigen – Touristeninformation, Bank, Dorfplatz, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants… und dann direkt weiter zum Besucherinformationszentrum des Nationalparks.

Dort wurden wir schon von Alois Lang erwartet, der uns an zunächst an einem großen Modell der Region viele Informationen über den Neusiedler See und die Region gegeben hat und viele Fragen beantworten konnte. Im Seminarraum hat er uns anschließend anhand von verschiedenen Bildern weitere Informationen und Impressionen aus dem Nationalpark gegeben. Außerdem hat er auch über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen aus dem dortigen Nationalpark gesprochen.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es dann mit den Fahrrädern zum See – genauergesagt zum Schilfsteg des Nationalparks. Dort wurden wir dann schon von Benny begrüßt, der uns hier viel über das Thema Schilf und den besonderen Lebensraum erzählte. Vor allem die Vögel haben es ihm besonders angetan und er konnte uns schon, bevor es richtig losging, auf zwei seltene Vögel aufmerksam machen, die gerade aufgeflogen sind – ein Purpurreiher und eine Zwergdommel. Über den Schilfsteg ging es dann zur Beobachtungshütte, wo wir neben Haubentauchern, Silberreihern und Zwergscharben noch andere Bewohner des Schilfs entdecken konnten.

Dann ging es mit Benny weiter zur sogenannten Pferdekoppel. Von hier hat man noch einmal einen tollen Blick auf ein Stück See hinter dem Schilfgürtel. Dort angekommen hat uns Benny direkt auf den Charaktervogel des Nationalparks aufmerksam gemacht – den Löffler. Außerdem haben wir auch Seidenreiher, Kiebitze, Bruchwasserläufer, Bekassine und verschiedene Entenarten gesehen – ein wirklich toller Platz zum Vögel beobachten.

Benny hat uns alle sehr beeindruckt und wir waren schon ein bisschen enttäuscht, dass wir uns dann von ihm verabschieden mussten.

Wir sind dann alleine noch weiter zu den weißen Eseln und dem Beobachtungsturm am Sandeck  gefahren. Von dort konnten wir in der Ferne auch die Wasserbüffel und die ungarischen Graurinder sehen, die der Nationalpark zur Beweidung und zum Zurückdrängen der Verschilfung einsetzt.

Von dort ging es dann zurück nach Illmitz – so geht dieser erste tolle Seminartag zu Ende 😉

 

 

Montag – erster Seminartag mit Einführung und Exkursion zum Thema Schilf