Am Freitag dann noch mal zurück und nach vorne schauen

Nach Frühstück und Zimmer räumen haben wir uns am Freitag mit den Teilnehmer*innen getroffen, um die Erfahrungen und Eindrücke der Woche nochmal zu reflektieren und eigene Einschätzungen zum Grünen Band in der Region  zu entwickeln. Dann noch die übliche Seminarkritik und dann geht auch dieses Seminar am Grünen Band Europa zu Ende.

Wir freuen uns schon auf die Bildungsurlaube am Grünen Band Europa im nächsten Jahr – dann wieder an Thaya und March im Juli und im August im Böhmerwald. Genauere Infos dazu gibt es bis Mitte November. Anmeldungen für beide Seminare nehmen wir voraussichtlich ab dem 18. November 2019 entgegen.

Hier – wie immer – noch ein paar Impressionen der letzten Woche. Diesmal ganz unter dem Zeichen „Pilze“ 🙂

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Am Freitag dann noch mal zurück und nach vorne schauen

Am Donnerstag im Sumava-Nationalpark

Heute ging es nach dem Frühstück mit den Autos nach Tschechien, um dort mit Pavel Becka im Sumava unterwegs zu sein. Auf einem Parkplatz irgendwo im Nirgendwo des Nationalparks wartete Pavel schon auf uns, um dann gemeinsam noch ein paar Kilometer zu einem weiteren weiterzufahren. Pavel ließ sein Auto am ersten Parkplatz stehen – dort war heute das Ziel unserer Wanderung – und irgendwie mussten zumindest unsere Fahrer*innen  ja zurück zu unseren Autos kommen.

Dann konnte es losgehen und schnell wurde uns klar, dass der Nationalpark hier in Tschechien an vielen Stellen ganz anders aussieht, als drüben in Bayern. Hat der Nationalpark Bayerischer Wald 95 Prozent Waldfläche, gibt es im Sumava immerhin 20 Prozent offene oder halboffene Lebensräume. Diese haben einen kulturellen Hintergrund. Hier gab bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert  Siedlungen mit umliegender Weidenutzung. Erst der Eiserne Vorhang und damit verbunden der Ausbau der Grenzsperranlagen hat zur Umsiedlung der Bevölkerung und der Zerstörung der Orte geführt, wie wir das auch von unserer Reise am Grünen Band Deutschland schon kennen. Teilweise wurden die alten Häuser als Ziele des dann eingerichteten Truppenübungsplatzes genutzt und von Panzern beschossen. Heute ist von den Orten so gut wie nichts mehr übrig und nur die offenen Flächen zeugen von der Vergangenheit. Diese offenen Flächen sollen auch im Nationalpark erhalten bleiben. Zum einen sind sie als Natura-2000-Gebiete ausgewiesen und damit zum anderen auch besondere Lebensräume für seltene Arten wie den Wachtelkönig oder andere.

Die Mischung aus Waldgebieten und Offenland hat uns sehr gut gefallen und gerade die Tour entlang des Flusses Kremelná hat uns begeistert.

Vielen Dank nochmal an Pavel für die tolle Vorbereitung, die vielen spannenden Informationen und die schöne Tour 🙂

Am Donnerstag im Sumava-Nationalpark

Am Mittwoch zum Rachelsee und weiter zur Racheldiensthütte

Heute ging es erstmals mit den Autos nach dem Frühstück nach Spiegelau. Am dortigen P&R-Parkplatz erwartete uns bereits unsere heutige Begleitung – Marianne, eine ehremamtliche Waldführerin im Nationalpark. Mit ihr gemeinsam bestiegen wir den Bus zum Gfäll. Nach einer Einleitung von Marianne zu ihrer Arbeit, ihrer Geschichte und ihrer Beziehung zum Nationalpark machten wir uns dann auf den Weg unterhalb des Rachels in Richtung Rachelsee – ein an vielen Stellen toller Weg mit sehr viel abwechslungsreicher Walddynamik. Ständig wechselten die Eindrücke und der Wal sah nach jeder Biegung wieder ein bisschen anders aus. Unterwegs hat uns Marianne immer wieder etwas gezeigt und erklärt, so dass es immer was zu hören, sehen und verarbeiten gab.

Am Rachelsee angekommen hieß es erst mal picknicken, was bei diesem herrlichen Panorama noch mehr Spaß machte.

Vom Rachelsee ging es dann auf die zweite Etappe zur Racheldiensthütte. Auch hier wieder immer neue Ansichten und Einsichten des Waldes und herrliche Streckenabschnitte. Von der Racheldiensthütte ging es wieder mit dem Bus zurück nach Spiegelau und weiter mit den Autos zum Hotel.

Ein toller Tag – nochmal vielen Dank an Marianne für die Tour!!!

Am Mittwoch zum Rachelsee und weiter zur Racheldiensthütte

Dienstag rund um das Nationalparkzentrum Falkenstein

Heute ging s nach dem Frühstück zu Fuß in Richtung Lindbergmühle. Eigentlich wollten wir dort wieder einen Ranger treffen, um ihn bei seiner Arbeit zu begleiten. Leider war er nicht am Treffpunkt, den uns der Nationalpark genannt hat.

Also hieß es Programmänderung und Improvisation. Wir haben dann auf dem Weg zum Nationalparkzentrum Falkenstein viele Infos über die Entstehung  von Waldwildnis gegeben und mit den Teilnehmer*innen unser Tastspiel zu Erkennung von Naturgegenständen und zur Anregung des Tastsinns gespielt – heute mit dem Schwerpunkt Lebensraum Wald und natürliche Suksession.

Am Nationalparkzentrum angekommen, sind wir dann zunächst durch das Tierfreigelände gegangen, um dort Wildpferde, Auerochsen und Luchse zu entdecken. Wir hatten das große Glück wirklich alle Tiere zu sehen, was bei den großen Gehegen hier, wirklich ein großer Zufall ist. Insbesondere die Luchse haben uns sehr begeistert.

Dann stand die Pause am Haus zur Wildnis an. Kaffee, Kuchen, vielleicht ein kühles Helles und dann noch eine Runde durch die Ausstellung, jede*r individuell nach eigenem Tempo und Interesse.

Bevor wir uns auf den Weg zurück machten, sind wir noch beim Wolfsgehege vorbei und hatten auch hier das Glück, dass sich ein Wolf zeigte und direkt vor uns vorbeilief.

Dann ging es auf einem sehr schönen Weg zurück zum Zwieseler Waldhaus.

Auf unserem ganzen Weg heute, haben uns – ähnlich wie schon gestern – die vielen tollen Pilze begeistert.

Nach dem Abendessen zeigten wir dann noch einen Film über den Nationalpark Bayerischer Wald, was den Tag sehr schön abgerundet hat.

Dienstag rund um das Nationalparkzentrum Falkenstein

Am Montag durch die Wildnis am Falkenstein

Nachdem gestern alle Teilnehmenden gut im Zwieseler Waldhaus angekommen sind, haben wir noch am Abend eine kleine Vorstellungsrunde gemacht und das Programm für die Woche vorgestellt.

Am Montag haben wir dann nach dem Frühstück einen kurzen Input zu Großschutzgebieten und zum hiesigen Nationalpark gegeben und dann ging es los gleich ins erste Wildnisgebiet, dass direkt hinter unserem Hotel anfängt. Hier im Urwald Mittelsteighütte haben wir die ersten tollen alten Tannen und Buchen entdeckt und konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen, wie Wildnis hier aussieht, wenn der Mensch über viele Generationen nicht in die Natur eingreift.

Nach dieser ersten Runde sind wir dann zum Treffpunkt einer öffentlichen Rangertour hier gleich um die Ecke gegangen. Michael oder kurz Mich, ein Ranger des Nationalparks, der für diesen Bereich zuständig ist, ist mit uns und einigen anderen auf eine zweistündige Tour durch das zweite Wildnisgebiet, den Watzlik-Hain aufgebrochen. Unterwegs hat er ganz viel erklärt und uns die Besonderheiten dieser Bergwald-Wildnis aufmerksam gemacht. Einer der Highlights war sicherlich eine 54 Meter hohe Weißtanne, die mit einem Umfang von ca. 7 Metern die dickste Tanne Deutschlands ist.

Die Tour endete für uns am Schwellhäusl, wo wir dann gleich einen tollen Platz für die Mittagspause hatten.

Nach der Pause ging es weiter zunächst entlang des Triftkanals. Dort konnten wir den Teilnehmer*innen eine Krause Glucke, eine hier heimische Pilzart, zeigen, die wir bei unserer Vortour am Samstag entdeckt haben.

Weiter ging es dann in Richtung tschechische Grenze ans Grüne Band. Unterwegs konnten wir an vielen Stellen die Anwesenheit des Bibers erkennen. Neben vielen angenagten Baumstämmen, angestauten und überfluteten Waldflächen und Biberdämmen sogar eine Biberrutsche.

Leider wurde das Wetter immer schlechter, je näher wir der Grenze kamen. Eigentlich hatten wir geplant, hier eine weitere Pause zu machen und den Teilnehmenden etwas über das Grüne Band Europa zu erzählen. Leider fing es just als wir an der Grenze an zu regnen. Das Gewitter hatte sich vorher schon mit Donnergrollen angekündigt, so dass wir uns entschlossen haben, direkt en Heimweg anzutreten. Natürlich wurden wir dann auch ordentlich nass, was aber der Stimmung nicht schadete und die tollen Eindrücke des Tages nicht schmälerte. Den Input zum Grünen Band haben wir dann vor dem Abendessen im Hotel nachgeholt.

Das war ein schöner und informativer erster Seminartag – so kann es weitergehen!

Am Montag durch die Wildnis am Falkenstein